Fragen und Antworten zum Projekt “Welterbe Montanregion Erzgebirge”

1. Warum ein Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge?

Die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes ist eine weltweit begehrte Auszeichnung, die nach strengen Kriterien verliehen wird. Das Erzgebirge hat sich seit den ersten Silberfunden im Jahre 1168 in über 800 Jahren zu einer einzigartigen Kulturlandschaft entwickelt. Bergbau und Hüttenwesen haben die Entwicklung der Landschaft, von Kunst und Kultur nachhaltig beeinflusst. Bis heute zeugen Landschaft, Bauten, Stadtbilder, Kunstschätze und ein lebendiges Brauchtum von dieser Entwicklung Identität und Authentizität der montanen Kulturlandschaft des Erzgebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze sind weltweit beispiellos und sollen durch den Erwerb des Welterbe-Titels im Einklang mit der weiteren wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region als sich weitere entwickelnde Kulturlandschaft für künftige Generationen erhalten werden. Der Welterbe-Titel bietet die einmalige Chance, die Montanregion als eine lebendige Kulturlandschaft von außergewöhnlicher universeller Bedeutung zu erhalten und in gemeinsamer Verantwortung zu entwickeln


2. Kann die Region von dem Welterbe-Titel profitieren?

Ja. Der Titel „UNESCO-Welterbe“ birgt ein erhebliches Potential: er ist weltweit bekannt und genießt ein sehr hohes Ansehen. Die vom Förderverein Montanregion Erzgebirge e. V. in Auftrag gegebene Regionalmarketingstudie hat gezeigt, dass die Region konkret von dem Titel profitieren wird, wenn man das Potential richtig nutzt. Zu erwarten sind

  • eine Steigerung der Touristenzahlen,
  • ein Imagegewinn durch den Kultur und Wirtschaft indirekt profitieren sowie
  • eine Steigerung der lokalen und regionalen Identität.

Darüber hinaus trägt die grenzübergreifende Anmeldung zur Völkerverständigung bei. Die Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik wird vertieft und die gemeinsame Geschichte bewahrt.


3. Als Welterbestätte unter der „Käseglocke”?

Nein. Die oft geäußerte Angst vor der „Käseglocke“ ist unbegründet. Das Erzgebirge wird kein Museum. Das UNESCO-Projektgebiet umfasst weniger als 0,1 % der Fläche des Erzgebirges. Die Montanregion wird repräsentiert durch ein Netzwerk von ca. 42 sächsischen und 7 tschechischen Bestandteilen (Objekten), die klar überschaubare, abgegrenzte Einheiten bilden. Die ausgewählten Objekte liegen in nicht zusammenhängenden Gebieten, sind über das gesamte Erzgebirge verteilt und repräsentieren in ihrer Gesamtheit die über 800jährige Geschichte der Region. Die weitere wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung des Erzgebirges wird durch das Projekt nicht behindert, sondern sogar gefördert.


4. Sind zusätzliche rechtliche Regelungen nötig?

Nein. Mit der Auszeichnung sind keine zusätzlichen Rechtsvorschriften verbunden. Es gilt allein bestehendes Bundes- und Landesrecht. Alle ausgewählten Objekte des Projekts stehen bereits unter Denkmal- oder Naturschutz. Bestehende Privatrechte und Besitztümer werden nicht angetastet.


5. Gibt es zusätzliche Pflichten für eine Welterbestätte?

Ja. Zu den Pflichten gehören der Schutz und die Erhaltung der Welterbestätte sowie deren Weitervermittlung an zukünftige Generationen. Darüber hinaus verlangt die UNESCO eine regelmäßige Berichterstattung über den Zustand der Welterbestätte, über Erhaltungsmaßnahmen und über die Öffentlichkeitsmaßnahmen in diesem Bereich.


6. Wird die Region damit durch die UNESCO entmündigt?

Nein. Die Kontrolle der UNESCO bezieht sich allein auf den dauerhaften Erhalt und Schutz des Welterbes. Für alle baulichen und planerischen Maßnahmen im Welterbegebiet gilt allein nationales Denkmal-, Bau- und Planungsrecht. Nur bei größeren Eingriffen in das Welterbe muss die UNESCO vorab informiert und ggf. um Zustimmung gebeten werden. Zahlreiche Beispiele weltweit belegen, dass moderne Entwicklungen im Einklang mit dem Welterbe möglich sind.


7. Wie kann ich mich beteiligen?

Eine breite Akzeptanz des UNESCO-Projektes und die Identifizierung der Bevölkerung mit ihrem Erbe ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Anerkennung als UNESCO-Welterbestätte. Informationen zum Projekt sind jederzeit auf der Web-Seite des Fördervereins abrufbar. Fragen, Anregungen und Meinungen können Sie uns gern per Email oder Post direkt mitteilen. Eine aktive Beteiligung am Projekt „Welterbe Montanregion Erzgebirge“ ist auch über eine Mitgliedschaft im Förderverein Montanregion Erzgebirge e. V. möglich.